WAS SIND TEERSANDE?

Die Teersandförderung wird als derzeit weltweit größtes Industrieprojekt angesehen. Wie der Name schon andeutet, sind Teersande (oder auch Ölsande) eine bitumenartige Masse, die von Sanden und Tonen durchsetzt sind. Diese Masse wird aus dem Boden gewonnen, der unter einem unberührten borealen Nadelwald liegt. Dabei wird die Erde im Tagebau abgetragen, nachdem der Wald gefällt wurde. Wissenschaftler sind sich einig, dass sich der boreale Nadelwald von dieser Umweltzerstörung nicht wieder erholen wird.

WO SIND DIE TEERSANDE?

Teersande finden sich in drei großen Gebieten mit insgesamt 140.800m² Fläche im nordöstlichen Teil der kanadischen Provinz Alberta.

WARUM GIBT ES SO VIEL SCHADEN BEI DER ÖLSANDFÖRDERUNG?

Es gibt zwei Wege, um an die Teersande zu gelangen. Wenn es sich in geringer Tiefe im Erdboden befindet, wird der Boden einfach abgetragen, bis die entsprechenden Schichten freiliegen. Das bitumenartige Gemisch wird dann vom Sand und Ton getrennt und zu synthetischem  Rohöl weiterverarbeitet, bevor es über Pipelines zu Raffinerien geleitet wird.

Wenn die Teersande aber zu tief im Untergrund stecken, dann wird heißer Wasserdampf unter hohem Druck ins Erdreich gepumpt und so die bitumenartige Masse flüssig gemacht, damit diese dann abgepumpt werden kann (in-situ-Methode). Diese Methode erscheint nur auf den ersten Blick als bessere Abbautechnik. Dabei ist sie ebenso umweltzerstörerisch. Um nämlich den Wasserdampf zu gewinnen, werden zum einen riesige Mengen Wasser den umliegenden Flüssen entnommen. Dieses wird dann unter Einsatz des endlichen Rohstoffs Erdgas erhitzt bis man extrem heißen Wasserdampf geschaffen hat. Diese Methode setzt jede Menge CO2 frei, einem klimaschädlichem Gas, welches für den Treibhauseffekt mitverantwortlich ist.

Wegen der Teersandförderung emittiert die Provinz Alberta mit 71t CO2 pro Einwohner mehr als jede andere Nation dieser Welt (zum Vergleich: UK 10t/Einwohner, Tansania 0.2t/Einw.).

UMWELTZERSTÖRUNGEN

Die Zerstörung des borealen Nadelwalds, bedeutet zugleich die Zerstörung eines Ökosystems, welches in großen Mengen CO2 aus der Luft aufnehmen kann und somit das klimaschädliche Gas bindet. Dieser wertvolle Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel schrumpft durch die Ölsandförderung dramatisch. Mittlerweile sind die durch die Förderung und Weiterverarbeitung entstehenden CO2-Emissionen höher als die aller Autos in Kanada.

Sowohl das im Tagebau gewonnene bitumenartige Sand-Ton-Gemisch als auch die in-situ-Methode verbrauchen Unmengen an Wasser. Nicht weniger als 7t (7.000Liter) Wasser werden für die Gewinnung einer Tonne Öl benötigt. Dabei werden in Alberta jeden Tag 1.4 Millionen Tonnen Öl gewonnen! Das meiste Wasser wird dann aber nicht zurück in die Flüsse geleitet, sondern wird als ölverseuchtes Abwasser in riesige Absatzbecken geleitet. In diesen mehrere Fußballfelder großen Becken soll sich mit der Zeit das Öl vom Wasser trennen. Wie lange dies dauern wird, kann niemand mit Sicherheit sagen, doch es werden viele Jahrzehnte sein – mindestens. Die Becken liegen außerdem in einer Flugstrecke von Vögeln, was vor 2 Jahren zu einem schrecklichen Unfall geführt hat. 1600 Enten landeten irrtümlicherweise in einem der Ölbecken (sie hatten ihn  für einen See gehalten) und verendeten.

Seit Beginn des Teersandabbaus leiden die Ureinwohner des Ortes Fort Chipewyan, Alberta, unter einem starken Anstieg seltener Krebserkrankungen. Ihr Lebensraum ist so verschmutzt worden, dass viele Ureinwohner sich weigern, dass Flusswasser zu trinken oder Fisch daraus zu essen.

Die Teersandindustrie muss gestoppt werden, wenn wir einen gesunden Planeten erhalten wollen.

 

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