Das geschah in der Nacht bevor dem Internationalen „Stoppt die Teersande“-Tag! 23.Juli 2010


Morgen wird Europa endlich wissen, was Teersande sind!


Berlin, Deutschland
Was für eine Woche. Was für ein Monat. Was für ein Sommer! Anfang Juni schien es noch als hätten wir nur zwei Demonstration – eine in Berlin, Deutschland, eine in London, Großbritannien. Nun werden sich morgen noch Kopenhagen, Dänemark, und London, Ontario, dazugesellen. Um genau zu sein, hat der Internationale „Stoppt die Teersande“-Tag bereits heute mit Demonstrationen in Britisch-Kolumbien und Utah begonnen, wo demnächst ebenfalls Teersande abgebaut werden sollen.

In Amsterdam, Wien und Paris bereiten sich einige Gruppen darauf vor, im September ebenfalls gegen die Teersandförderung zu protestieren. Das heißt, daß morgen „lediglich“ der Startschuß fällt.

Es ist für mich immer noch schwer zu glaube, daß dies wirklich alles geschieht. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich niemals zu träumen gewagt,  daß diese Demonstrationen jemals stattfinden würden. Ich bekam meine erste Rückmeldung von einer Umweltorganisation zu der Berliner Demo Anfang Mai (vielen Dank, Naturfreunde!). Bis dahin hatte ich das Gefühl nur auf der Stelle zu treten und keinen einzigen Schritt voran zu kommen. Um durchzuhalten sagte ich mir und den Leuten, die mich bis dahin unterstützten, daß die Demonstrationen nicht zwingend      stattfinden müssten, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Alleine die Tatsache, daß einige durchschnittliche Typen sich so intensiv mit der Teersandförderung beschäftigten, mußte in deren Umfeld wahrgenommen werden und würde ausreichend Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Die Reise ist genauso wichtig wie das Ziel.
Und es war eine unglaubliche Reise! Was mit einer spontanen Idee auf dem Weltklima-Gipfel in Kopenhagen im Jahr 2009 begann, mit dem Enthusiasmus eines britischen Öko-Aktivisten, der Ermutigung durch meine Familie sowie der Unterstützung von Freunden in Berlin, entwickelte sich letztlich zu etwas, in dem sich fünf unterschiedliche Nationen zu einem Thema zusammenfanden. Und es werden noch weitere dazukommen.

Es war ihre Energie, ihre Faszination für das  Thema, daß mich zum weitermachen bewegte.


An alle, die am Internationalen „Stoppt die Teersande“-Tag teilgenommen haben und an alle jene, die an den noch kommenden teilnehmen werden: Ihr habt mich zum glücklichsten Menschen auf diesem Planeten gemacht!
Laßt uns sehen, was der Morgen uns bringt.
(Internationaler "Stoppt die Teersande!"-Tag Logo, von Francis Luta)
Internationaler "Stoppt die Teersande!"-Tag auf Facebook:
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Über mich


Derek Leahy
Berlin, Deutschland


Aufgewachsen bin ich in einer kleinen verschlafenen Stadt namens Brooklin, Ontario – östlich von Toronto. Nachdem ich 2004 mein Geschichtsstudium an der Wilfrid Laurier Universität abgeschlossen hatte, begann ich durch Europa zu reisen und ging dort auch verschiedenen Jobs nach. Momentan lebe ich in Berlin und arbeite dort als Touristenführer. Durch eine Reise zum UN-Weltklimagipfel 2009 in Kopenhagen, Dänemark, entschied ich mich, daß es Zeit sei sich für den Planeten einzusetzen. Aktuell habe ich fünf Demonstrationen in fünf europäischen Städten - Amsterdam, Berlin, London, Paris, Wien - organisiert. Diese sollen Aufmerksamkeit auf das Thema der Teersande lenken. Triff Derek und sein Projekt auf Facebook: Internationaler "Stoppt die Teersande!"-Tag http://www.facebook.com/group.php?gid=115711035131958





Österreich und die Teersande                                        7.Juli 2010, von Derek Leahy
Heute habe ich in einer österreichischen Zeitung einen Artikel mit dem Titel „Die dreckige Spur des schwarzen Goldes“. Darin ging es um die Teersande aus Alberta und andere schmutzige Formen der Ölgewinnung. Das erinnerte mich an das erste Mal, an dem ich mit einem Österreicher über die Teersande sprach – er hatte noch nie von ihnen gehört.
Wien, Österreich. Heute bin nach einer 10-stündigen Fahrt mit einem Nachtzug in der Stadt angekommen, in der ich beginnen werde, für die geplanten Teersand-Demonstrationen in Europa zu werben – in Wien.


Die meisten Menschen und Umweltorganisationen sind etwas verblüfft, wenn sie hören, daß ich mir Wien ausgesucht habe als eine der fünf Städte, in denen am 17.Juli 2010 unsere „Stoppt die Teersande“-Demo stattfinden wird. Und die Frage hat auch ihre Berechtigung, denn ich konnte keinen Verbindung zwischen österreichischen Ölfirmen und den Teersandförderungen in Alberta finden. Auch keine Direktinvestitionen bei den österreichischen Banken. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, daß zumindest eine über eine Tochtergesellschaft an der Finanzierung eines Teersandprojektes beteiligt ist. Das kann ich aber bislang nicht beweisen. Dennoch: das größte Energieprojekt auf diesem Planeten benötigt eine Menge Kaptal! Doch eines ist sicher: Jedes Mal, wenn Österreicher an der Zapfsäule stehen, unterstützen sie die teersandförderung – egal, ob bei BP, Shell, Exxon etc.


Also: Warum Wien? Simple Antwort: Ich habe noch nie in meinem Leben fünf Demonstrationen in fünf unterschiedlichen Städten in fünf verschiedenen Ländern organisiert! Wenn ich also so etwas Großes aufziehen will, würde ich mich auf meine bestehenden Beziehungen zu Menschen vor Ort stützen müssen. Da die Familie meiner Mutter in Wien wohnt, dachte ich mir also, daß Wien als Startpunkt garnicht so schlecht wäre. 


Ich hatte allerdings den Fehler gemacht, die in Wien befindlichen Umweltorganisationen nicht vor meiner Ankunft im April zu kontaktieren. Ich glaube auch, daß ich am Telefon sehr schlecht rüberkomme, wenn ich versuche, Deutsch zu sprechen (ich werde einfach diesen verdammten Akzent nicht los). Daher entschied ich mich, direkt vor Ort die jeweiligen Organisationen zu besuchen, um mich und mein Projekt persönlich vorzustellen. Mann, ich war so was von nervös. Hier stand ich nun vor den Büros der Umweltorganisationen wie Greenpeace und der Klimaallianz: ein Typ, der just eines Tages für sich entschied, etwas gegen die Teersande zu unternehmen.  Immerhin waren diese Organisationen  schon seit über 20 Jahren in diesem Bereich tätig. Und bis heute bin ich noch genauso nervös, wenn ich mich und mein Projekt vorstelle. Der einzige Grund, warum ich nicht einfach die Segel strich war, daß ich fühlte, daß endlich etwas getan werden mußte und das dieses etwas etwas war, daß ich ganz tief in meinem Inneren auch unbedingt tun wollte. Zum damaligen Zeitpunkt hätte ich dieses Gefühl nur nicht artikulieren können.


Umso mehr war ich überrascht als ich merkte, daß jede Umweltorganisation sich tatsächlich auch Zeit nahm, um sich mein Anliegen anzuhören. Von jeder dieser Gruppen erhielt ich Aufmunterung und Ratschläge zum weiteren Vorgehen. Und obwohl das kleine Österreich (das kleiner als das derzeitige Fördergebiet der Teersande ist) sehr weit weg ist von den Teersanden in Alberta, verstanden die Umweltgruppen sehr wohl meine Visionen und erfassten sehr wohl wie sehr die Teersande auch sie betrafen. 


Ich denke, daß es egal ist, wer Du bist, solange Du eine gute Idee hast und auf Leute triffst, die bereit sind Dir zuzuhören.
Internationaler "Stoppt die Teersande!"-Tag:
Ist man automatisch gegen Kanada, wenn man gegen die Teersande ist?


Von Derek Leahy, 2.Juli 2010
Nun, da der Canada Day langsam zu Ende geht in Deutschland, frage ich mich, wie er für mich das nächste Mals ein wird, wenn ich wieder zurück in der Heimat bin?
Mittlerweile haben meine Freunde und Familie in Kanada herausgefunden, was ich in Europa mache. Niemand von ihnen hat sich negativ über das Projekt “Teersand Demonstrationen Europa” geäußert, aber ich habe in der Vergangenheit durchaus Erfahrungen machen müssen, das für manche meine Anstrengungen für anti-kanadisch halten.

Als ich letzten Dezember in meinem Blog über das schrieb, was ich über die Teersande denke und darüber, was sie für Kanadas Ruf in der Welt bedeuten, forderte mich ein sehr zorniger Leser auf, meinen kanadischen Pass abzugeben. Um herauszufinden, was Kanadier wirklich über die Teersande denken, konfrontiere ich seitdem alle Kanadier, die ich in Berlin treffe damit, daß ich in fünf unterschiedlichen Städten in fünf verschiedenen Ländern Demos gegen die Teersande organisiere. Nach diesem Bekenntnis herrscht meist ein Schweigen 


Ich persönlich verstehe nicht warum das so ist. Soweit ich mich erinnern kann, sind Kanadier schon immer offen kritisch mit Dingen in Kanada umgegangen, ob es nun die Eishockeyteams, Krankenhäuser oder regierungen gewesen sind. Aber ich habe auch nur während der Zeit von Mulroney und Chretien in Kanada gelebt. Ist es unter Harper zu einem Tabu verkommen, sich über Dinge im eigenen Land auszulassen? Manchmal beschleicht mich das Gefühl, daß die Teersande so etwas wie das dreckige Familiengeheimnis sind, über das  man außerhalb der Familie nicht spricht. Das würde die verschiedenen Reaktionen der anderen Kanadier auf mein Engagement gegen die Teersande erklären.

Aber die Sache ist die: Die Demos gegen die Teersande sind pro-kanadisch! Ich habe das Projekt aus Solidarität mit jenen Kanadiern ins Leben gerufen, die sich gegen die mit der Teersandförderung verbundenen Zerstörung aussprechen. Und zurzeit erhalten wir jede Menge Unterstützung von Ihnen. Ich begann das Projekt im Glauben, schnell etwas gegen die Teersandförderung unternehmen zu müssen, um das Image Kanadas als sauberes, grünes und umweltfreundliches Land nicht beschädigt zu sehen. 


Im September werde ich wieder zurück in Kanada sein, um an der Hochzeit eines Freundes teilzunehmen. Ich schätze, dort werde ich die Antworten zu meinen Fragen erhalten.
Einen fröhlichen “Canada Day” für alle!
Es wird demonstriert in Kanada


Von Derek Leahy, 30.Juni 2010
Der Internationale „Stoppt die Teersande“-Tag kommt nach Kanada!
Es gibt Neuigkeiten, Junge!


BERLIN, Deutschland – Letzten März, als ich meine erste Mail an eine Umweltgruppe sendete und meine erste Absage erhielt, hätte ich nie zu träumen gewagt, daß es am selben Tag unserer Internationale „Stoppt die Teersande”-Demo in Europa eine Anti-Teersand-Demo in Kanada geben würde. 


Versteht mich nicht falsch: Eine Demo zum Stopp der Ölsandförderung in Kanada durch Kanadier ist nur logisch.. Die Macht um das Desaster zu verhindern, obliegt einzig und allein den Menschen in Kanada. Aber damals im März, als ich versuchte Umweltgruppen zu überzeugen, uns bei den Demos zu unterstützen, hatte ich schon ausreichend damit zu tun, diese Demos in Europa wahr werden zu lassen. Kanada selbst hatte ich dabei aus den Augen verloren.
Genau darum bin ich nun so stolz verlauten zu können, daß die Gruppen “Climate Justice Montreal” und “Ensemble Les Contre les Sables Bitumineux” zeitgleich zu unseren Demos eine Solidaritätsaktion (Fahrrad-Demo) organisieren (siehe untenstehenden Link).


So weit, so gut. drei Demos in drei Städten, in drei unterschiedlichen Ländern.  Ich frage mich, in welcher Stadt die nächste Demo stattfinden wird?
Und an alle, die an der Montreal-Demo beteiligt sind oder planen sich darin zu engagieren, möchte ich im Namen aller Beteiligten des Projekt “Teersand-Demo Europa” danken und sagen, daß wir überglücklich sind, Euch als Unterstützer zu haben. Und ich gebe gerne zu, daß wir außer uns vor Freude waren als wir eure Nachricht erhielten. Es hat unsere Motivation nocheinmal gesteigert. Merci Montreal! 


Bloc vélo contre les Sables Bitumineux: Réclamons notre rue! / Tar Sands Free Zone Bike Bloc: Reclaim Your City
http://www.facebook.com/event.php?eid=123308951043890

 

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