Wie kann man sich eine um 6°C wärmere Welt vorstellen?

Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Auswirkungen die globale Erwärmung haben wird. Noch immer gibt es zu viele unbekannte Parameter. Doch wir können uns vergleichbare Umweltbeding-ungen in der Vergangenheit anschauen – Forschungen zeigen, daß diese zum Zeitpunkt des Massen-sterbens im Perm (vor 251 Mio. Jahren) gegeben waren, als rund 90% aller Arten ausstarben.

Die Menschheit steht am Scheideweg – entweder wir machen weiter wie bisher und verheizen auch noch den letzten Tropfen Öl, was uns eine Klimaerwärmung um rund 6°C einbringen wird. Oder wir entscheiden uns bewusst dafür, die Ölförderung einzustellen. Klimaschutz muß vor Unternehmens-profit stehen -denn es geht um unser Leben, um  nichts weniger!

Doch die Entscheidung wird derzeit bereits für uns getroffen, von Gesellschaftern in Konferenz-räumen und von Politikern in Hinterzimmern. Es ist Zeit unsere Stimmen zu erheben!
Wir haben einen entscheidenden Moment in der Geschichte der Menschheit erreicht, doch die Entscheidungen werden von Ölfirmen getroffen, die auf der Jagd nach Teersanden in Kanada sind.

Unter dem borealen Nadelwald Albertas wird in einem komplizierten Verfahren eine dreckige bitumenhaltige Substanz – einem Gemisch aus Öl und Sand – abgebaut. Dabei werden 3-5mal mehr CO2 als bei gewöhnlicher Ölgewinnung freigesetzt. Die Dimension des Abbaus macht es nicht nur zu einem kanadischen sondern auch zu einem globalen Problem.

Es ist das größte und dreckigste Industrieprojekt in der Welt, welches ein auf Jahrzehnte verseuchtes Gebiet von der Größe Großbritanniens hinterlässt. Bei der Teersandförderung wird genauso viel Erdgas verbraucht wie sonst 3,2 Mio. kanadische Häuser benötigen. 2012 soll der Erdgasverbrauch in der Teersandförderung den des sonstigen Gesamtverbrauchs in Kanada betragen. Schon jetzt beträgt die CO2 Emissionsrate in Alberta 71t pro Person – eine der höchsten in der Welt.

Es wird mindestens 3 Barrel Wasser benötigt um ein Barrel Öl zu gewinnen. Das daraus entstehende Brackwasser wird in „tailing ponds“ – riesigen Teichen – mit einer Größe von insgesamt 130km² gelagert. Diese können sogar noch aus dem Weltraum gesehen werden. Dieses Brackwasser ist so tödlich, daß als vor einigen Jahren rund 1600 Enten in einem landeten, diese sofort verendeten.

Die Verschmutzung, die durch die Teersandförderung entsteht sowie die „tailing ponds“, gelten als Ursache für viele seltene Krebserkrankungen unter den indigenen Völkern der Förderregion. Ihr Land haben sie durch Vertragstricksereien der Öl-Lobby an jene verloren.

Aber warum ist dies so wichtig für den Rest der Welt?
Die Internationale Energiebehörde schätzt, daß bei einem ungestörten Fortgang der Teersand-förderung die Welt global um 6°C wärmer wäre gegenüber heute – mit all den daraus resultierenden Konsequenzen.

Bisher ging es nur um die Befriedigung von Profitgier, doch wir können ein Zeichen setzen für ein neues, nachhaltiges Bewusstsein.

Wir können den Kampf um eine gesunde Umwelt, Menschenrechte und gegen illegale Machen-schaften gewinnen!

Immer häufiger geraten die Finanziers der Teersandförderung in Bedrängnis. Viele Banken wie in Großbritannien und Norwegen mussten ihre Beteiligungen aufgrund von öffentlichem Druck aufgeben. Selbst die Ölfirmen, wie BP und Shell in Großbritannien sowie Statoil in Norwegen, sind mittlerweile unter Beschuss geraten.

So soll es als nächstes auch der kanadischen Regierung ergehen, die mit der starken Unterstützung der Teersandförderung das Saubermann-Image Kanadas stark beschädigt hat. Durch die Teersandförderung hat Kanada seine Emissionsrate um 27% gesteigert und damit seine Ziele laut Kyoto-Protokoll weit verfehlt.

Wir befinden uns an einem entscheidenden Moment in der Geschichte der Menschheit, einem Zeitpunkt, um einen Wechsel für die Zukunft unseres Planeten einzuleiten, um eine Welt zu schaffen, in der es unsere Entscheidung ist.
 

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